Eine Allmende ist kein Schlaraffenland, das leergefressen wird, sondern eher ein Picknick, zu dem alle etwas mitbringen.
(Helfrich, Silke (2010): Wovon wir alle leben. In: Oya, Jg. 1, H. 1, S. 10–15, S. 11)
Im Rahmen des Interdiziplinären Politischen Salons der Heinrich-Böll-Stfitung
entstand ein Manifest “Zeit für Allmende”, das in einem Artikel der KursKontakte (Ausgabe 165) nachzulesen ist. Siehe hier:
und der dazugehörige Blog
Das Thema scheint gerade on vogue zu kommen.
In der Zeitschrift Oya (der Fortentwicklung aus KursKontakte) sind in der ersten Ausgabe diverse Artikel zu Allmende und Gemeinschaftsgüter.
Was sind Gemeingüter?
Gemeingüter gehören nicht einem Einzelnen, aber auch nicht niemandem. Es sind all jene Dinge, die einer bestimmten Gruppe `gemein´ sind. Gemein bedeutete ursprünglich `mehreren abwechselnd zukommend´, später dann: `mehreren in gleicher Art gehörig´, woraus sich `gemeinsam´ und`gemeinschaftlich´entwickelt hat. Gemeingüter sind vielfältig in ihrer Erscheinung und Funktion. Sie sichern unsere Grundversorgung mit Nahrung, Energie und Medizin. Sie sind Essenz der Umweltleistungen, die wir zur Wasseraufbereitung, Sauerstoffreproduktion und C0₂ -Absorption nutzen. Wir brauchen sie als Datenbank für Wissen und Informationen sowie als Quellen der Innovation und Kreativität: Kunst, Kultur, das Internet, Wikipedia oder freie Software basieren darauf, dass Menschen miteinander teilen und weiterentwickeln, was sie vorfinden oder von vorangegangenen Generationen übernehmen. Ohne Gemeingüter gibt es keine Fortbewegung und keine Kommunikation – denken wir an die Verkehrswege, die Sprache oder das elektromagnetische Spektrum.
Im Kern des Begriffs aber steht, dass Gemeingüter der sozialen Bindung dienen. Sozialer Zusammenhang entsteht immer dann, wenn wir uns über den Zugang, die Nutzung und die Kontrolle dieser kollektiven Dinge verständigen und wenn wir sie reproduzieren.
(Helfrich, Silke (2010): Wovon wir alle leben. In: Oya, Jg. 1, H. 1, S. 10–15, S. 12)